Wie der Dachabfluss berechnet wird
Das Rationalverfahren bildet die Grundlage für die Abschätzung des Regenwasserabflusses von versiegelten Flächen wie Dächern. Der Kernzusammenhang ist einfach: Ein Millimeter Niederschlag, gleichmäßig auf einen Quadratmeter versiegelter Fläche verteilt, erzeugt einen Liter Abfluss - unter der Annahme, dass keine Versickerungsverluste auftreten. Der Abflussbeiwert (C) berücksichtigt geringe Verluste durch Oberflächenaufnahme, Anfangsbenetzung und die Textur der Abdichtungsbahn. Für gängige Flachdachbahnen (TPO, PVC, EPDM, bituminöse Systeme) liegen die Abflussbeiwerte typischerweise zwischen 0,85 und 0,95. Das bedeutet, dass zwischen 85 % und 95 % des Gesamtniederschlags zu Abfluss werden. Für die Bemessung wenden Ingenieure diese Formel über eine Ereignisdauer an, die der Konzentrationszeit entspricht - der Zeit, die Wasser vom entferntesten Punkt des Dachs bis zum Auslass benötigt. Bei den meisten flachen oder schwach geneigten Dächern sind das wenige Minuten, sodass sich das gesamte Niederschlagsvolumen nahezu unmittelbar in Abfluss am Auslass übersetzt.